Gerade ist der Beruf des Journalisten ein sehr begehrter Job. Jeder denkt, Journalist zu sein, sei sehr prestigereich. Ein angesehener Beruf! Bei der Ausschreibung in meiner Universitaet kamen auf einen Platz 8 Bewerber. Zum Vergleich: in der paedagogischen Universitaet gab es nur 1,2 Bewerber pro Platz. Na klar – der Lehrerberuf ist nicht so begehrt. Warum entscheidet sich die Jugend für ein nicht geregelten Arbeitstag, Stress, ein zehn Killogramm schweres Stativ tragen, essen einmal am Tage?-Warum hast du diese Fakultaet ausgewahlt?-Weiss ich nicht. Ich moechtete im Fernsehen arbeiten. Aber gerade habe ich keine Ahnung, was werde ich machen. Ich momentan enttäuscht von diesem Beruf.Das ist die Meinung meiner Freunde. Warum hab’ ich dieser Stelle ausgewahlt? Ich moechte in einer Gesellschaft arbeiten, um anderen zu helfen. Das wäre kindische Naivitaet sei – sag dann jemand. Vielleicht! Aber weiss denn, ob mein kleiner Arikel jemanden hilft oder geholfen hat? Was suchen die anderen Leute in diesem Job?Popularitaet? Vielleicht suchen die Leute danach!? Die eigene Gesicht im Fernsehen, der Name auf dem Zeitungsblatt. Angenehm – was man auch sagen mag. Einfach Eitelkeit!Geld? Kaum (in meiner Stadt kaum). Als Journalist (als rechtschaffender Journalist) muss ich ohne Rast und Ruh arbeiten. In einer Gesellschaft helfen? Aber warum dann fast alles schreiben Geruecht fuer Journaile? Es gibt die seltsame Statistik, dass fast drei viertel der Journalisten verschiedene Komplexen haben. Beispielsweise einen Minderwertigkeitskomplex. Unerschwingliche Neugier? Du kannst peinliche, heikle Fragen stellen. Diletantismus? Du kannst ueber alles beurteilen: heute schrebt man ueber Regierungs Politik und morgen ueber die Erweiterung des Zoos… Journalisten sind Leuten, die den falschen Beruf gewählt haben – das sagt der Deutsche Botschafter Pittsburgh. Hatte er Recht?
“Journalisten sind Leute, die ein Leben lang darüber nachdenken, welchen Beruf sie eigentlich verfehlt haben.” – Mark Twain
Erst dachte ich, ich möchte Journalist werden, weil ich gern schreibe. Jetzt denke ich, ich möchte Journalist sein, weil ich Orte, Menschen und Geschehnisse erlebe, die ich ohne den Beruf verpassen würde.
wie richtig, wie richtig…
man sollte dem hinzufügen, dass Journalisten unter allen Berufssparten die niedrigste Lebenserwartung und die höchste Scheidungsrate haben.
“Berufskrankheit”, begrüßte mich eine ältere Kollegin einer anderen Zeitung, als wir uns vor dem Tor der (langweiligen) Veranstaltung zum Rauchen trafen…
Außerdem sind meiner Erfahrung zufolge die älteren Journalisten ohne resignative Erscheinungsbilder in der Minderheit…
Dennoch: Toller Job!